Equipment, Ausrüstung

Was brauche ich für den Anfang?

Drumsticks

1 Paar Ahorn,- oder Hickorysticks z.B.:      

  • Vater Teardrop-Cymbalstick, bzw. 5A oder
  • VIC Firth, American Classic 5A

Für jüngere kinder mit kleineren Händen:

  • Modell / Größe 7a

Ahornsticks sind leicht, entwickeln einen offenen Klang und eignen sich zum erlernen präziser Technik. Hickory ist eine haltbarere, dafür etwas schwerere Holzsorte. Ich persönlich verwende beide Sorten, je nach Einsatzzweck.

Übungspad

Zu Beginn kommt man auch einige Zeit ohne Schlagzeug aus, da am Anfang das Erlernen der Handtechnik im Vordergrund steht.
 Dafür genügt ein preisgünstiges Übungspad. Optimaler Weise in Kombination mit einem entsprechenden Stativ da somit die richtige Ausrichtung des Pads zum Spieler gewährleistet werden kann. Hierbei handelt es sich um eine Art Gummiplatte, die ein ähnliches Spielgefühl wie eine Trommel bietet, allerdings ohne der damit verbundenen Lautstärke. Sozusagen eine Art „stiller Trommel“ die einerseits die Möglichkeit bietet innerhalb der Wohnung zu üben, andererseits einer raschen Ermüdung des Gehörs entgegenwirkt und somit der Konzentration förderlich ist.
Eine entsprechende Stativ/Pad-Kombination ist bereits unter 50€ erhältlich.

Weiters erforderlich

  • Elektronisches Metronom mit Kopfhörerausgang
  • Notenständer

Anekdote zu meinem ersten Schlagzeugkauf

Als ich selber im Alter von 10 oder 11 Jahren anfing Schlagzeug zu spielen kam ich etwa 1-2 mal im Jahr durch Zufall in die Gelegenheit mich an ein richtiges Schlagzeug zu setzen um dann, in vielleicht 5-10 Minuten, all das auszuprobieren was ich mir, in ständiger Hoffnung auf derartige Augenblicke, zurechtgelegt hatte und vorher in Gedanken, in der Luft oder auf Polstern, die mir mein Bruder in die richtigen Positionen hielt, geübt.

Mein sehnlichster Wunsch war es (bis heute hab ich mir wohl nie etwas mehr gewünscht als das, damals), mein eigenes Instrument zu haben um all die Ideen die in meinem Kopf waren umsetzen zu können und habe es immer für undenkbar, gar utopisch, gehalten dass ich jemals ein Schlagzeug besitzen würde, bevor ich nicht erwachsen und berufstätig wäre. Die Hoffnung daruaf ein Schlagzeug von meinen Eltern zu bekommen hatte ich bald aufgegeben, allein schon aus finanziellen Gründen. Schließlich erkannte ich, dass ich meines eigenen Glückes Schmied war, woraufhin ich die ganze Angelegenheit einfach selbst in die Hand nahm, das Geld gespart, und in weiterer Folge im Alter von 15 Jahren mein erstes Schlagzeug kaufte. Allerdings konnte ich nur dahinter sitzen, es ansehen aber nicht „draufhauen“, da ich es aus Ermangelung eines Proberaumes nur in meinem Zimmer, in der Wohnung meiner Eltern aufstellen konnte, wo ich aber nicht üben durfte.

Es sollte noch über ein Jahr dauern bis ich es geschafft hatte den Raum zu finden den ich als ersten Proberaum verwenden konnte. Ein alter, feuchter ehemaliger Luftschutzkeller voller Schutt und mit Löchern in der Außenwand die ihn somit unheizbar machten und mir über Jahre hinweg etliche Stunden des Übens in der dicken Winterjacke, Haube und mit gefrorenen Händen und Füssen (habe früher noch dazu barfuß gespielt !) bescherten! Dafür war er aber gratis, Arbeit und Material fürs partielle Herrichten (Licht, Türschloss, Steckdose) nicht eingeschlossen und unschlagbar in seiner Lage!

…macht also unterm Strich: 6 Jahre kein Schlagzeug zum Üben.

Es freut mich also sehr, dass ihr bereits jetzt darüber nachdenken könnt, welches wohl euer erstes Instrument werden wird und ihr die Möglichkeit haben werdet auch darauf zu spielen!


Das richtige Instrument

Beim Schlagzeug werden Trommeln und Becken in der Regel getrennt verkauft, bzw. muss man sich gesondert darüber Gedanken machen, wie viel man ausgeben will. Mit anderen Worten, man kauft einerseits das Schlagzeug (Grundset bestehend aus Trommeln, Ständern und Pedalen) und dann die Becken. Je nach Händler gibt es aber immer wieder Set-Angebote, die durchaus einen Blick wert sein können, wenn man als Anfänger noch keine besonderen Vorstellungen davon hat, was man haben will, speziell am Beckensektor.

Stellt sich nun die Frage, wie sinnvoll eine Investition in welcher Höhe ist.

Das Schlagzeug (Trommeln exkl. Becken)

Wenn man zu Anfangs einfach nur irgendein Schlagzeug sucht, egal wie es klingt und aussieht, sollte man darauf achten, dass man so wenig wie möglich dafür ausgibt, solange es „funktionstüchtig“ ist. Ein kaputtes oder derart minderwertiges Instrument, welches es schwierig bis unmöglich macht korrekte Einstellungen vorzunehmen und daher die Bespielbarkeit erschwert, ist dem unterrichtstechnischen Fortkommen eher abträglich und man hat in diesem Falle am falschen Ende gespart.

Die preisliche Untergrenze eines vernünftig „funktionierenden“ Sets liegt etwa bei 300 Euro. Berühmt klingt dieses dann aber nicht und man muss damit rechnen, dass mit fortschreitendem Können und geschulteren Ohren, die Ansprüche früher oder später steigen und man sich bald erneut über den Schlagzeugkauf Gedanken wird machen müssen. Je nach dem wird es aber für die nächsten 2-3 Jahre seinen Zweck erfüllen.

Aus diesem Grund mein Tipp: Wenn billig, dann BILLIG, damit nichts „verhaut“ ist, wenn man eines Tages auf ein Schlagzeug der gehobeneren Klasse umsteigt oder aber nach einiger Zeit beschließt dieses Hobby wieder aufzugeben. Die Anschaffungskosten stehen nach dieser Zeitspanne durchaus in Relation zur Nutzungsdauer.

Weiß man schon ziemlich genau dass man „dabei bleibt“ und will daher gleich etwas für länger haben, muss man sich heutzutage auch nicht mehr in Unkosten stürzen, da die technische Entwicklung und der harte Konkurrenzkampf zwischen den Trommelbauern immer bessere und hochwertigere Instrumente hervorbringt, was sich bereits im Einstiegssegment bemerkbar macht. Die namhaften Hersteller können es sich einfach nicht mehr erlauben, schlampig verarbeitete Produkte auf den Markt zu bringen.

Mit ca. 700-1000 Euro ist man schon sehr gut im Rennen und kann ein wirklich schönes und hochwertiges Schlagzeug erstehen, an dem man auch lange Freude haben kann.

Becken

Bei den Becken verhält es sich im untersten Preissegment ähnlich wie bei den Trommeln, allerdings mit dem Unterschied, dass mit fortschreitender Entwicklung des Gehörs einem ein schlechtes Becken weit früher auf die Nerven geht ;-) als billige Trommeln!

Billige Becken lassen sich allerdings einzeln und nach und nach durch klanglich bessere ersetzen und die Ausgaben können somit auf einen größeren Zeitraum aufgeteilt werden. Obwohl die Klangqualität eines Beckens stets einer sehr subjektiven Auffassung unterliegt lässt sich hier zusammenfassend sagen, dass die Charakteristik dieser Instrumente zeitlos ist.

Hochwertiges war ist und bleibt hochwertig - Ramsch bleibt Ramsch ;-)

In der Regel haben SchlagzeugerInnen in weiterer Folge für unterschiedliche Spielsituationen (Üben, Studio, Live, usw.) sowie Stilrichtungen auch unterschiedliche Becken der gehobeneren Preiskategorie.

Ich würde einem Anfänger allerdings vorerst davon abraten, sich gleich in die Liga der Equipmentfanatiker „einzukaufen“ und vorschlagen damit zu warten bis genauer abzusehen ist in welche musikalische Richtung er/sie sich entwickeln möchte.

Für den beginnenden Schlagzeugenthusiasten empfehle ich ein Starterset, bestehend aus 1 Paar Hi-Hat Becken, 1 Ride-Becken und 1 Crash-Becken. Mehr benötigt man am Anfang nicht unbedingt.

Ab ca. 200 Euro bekommt man derartige Sets, die den Spaß am üben nicht so bald verderben und hat dann auch nach wie vor die Möglichkeit Teil für Teil auszutauschen.
Ein Unterschreiten der obgenannten Preiskategorie ist nicht zu empfehlen.

Wo bekomme ich mein Schlagzeug

www.drumcity.at   
Währinger Gürtel 91
1180 Wien
Tel.: 01/479 69 49

 

Fast mein ganzes Schlagzeuger-Dasein kaufe ich schon bei „Toni Braitner’s Drumcity“ ein und bin immer gut und kompetent beraten worden.
In den Jahren des Spielens und Unterrichtens, hat sich eine Art freundschaftlich-geschäftliches Verhältnis entwickelt, das ich nicht missen möchte.
Man darf sich gerne auf mich berufen und kann sich stets sicher sein, gut beraten zu werden und äußerst faire Preise zu bekommen!